Anekdoten aus meinem Leben

Fotograf: Bernd Heyden
Aufnahmedatum: 1970
Aufnahmeort: Berlin (Ost)
Inventar-Nr.: Hd 0145-48
Systematik:
Kulturgeschichte / Fotografen / Heyden / Werke

Bernd Heyden war ein großartiger Fotograf.
Genau hier, im zweiten Haus Links, habe ich als Kind gelebt.
Ab der Oderberger in Richtung Schönhauser war die Kastanienallee für den Durchgangsverkehr gesperrt. Genau die Strecke, welche auf diesem Bild zu sehen ist. Ihr wundert Euch, weshalb ich dies erwähne?

An Feiertagen wie Weihnachten, Ostern und andere gab es viele Besucher aus Westberlin bzw. Westdeutschland.

Die sind natürlich in die gesperrte Straße gefahren. Unten an der Schönhauser stand die Polizei. Darüber hatte ich mich „gewundert“.

Nun habe ich mich an die Ecke Oderberger gestellt und die Westfahrzeuge, uns zwar nur die Westfahrzeuge, auf dieses Schild aufmerksam gemacht, indem ich darauf gezeigt habe.

Sehr viele haben angehalten, sich verwundert erkundigt und sich dann mit Kleinigkeiten wie Schokolade aber auch manchmal mit einer Mark (natürlich Westmark) bedankt.

Dies war meine Art, als Kind, für Deutsch – Deutsche – Verständigung.
Danke für dieses Bild und die Erinnerung.

DDR Persönlichkeiten

Auf meinen Touren werde ich immer wieder nach herausragenden DDR Persönlichkeiten gefragt.
Sigmund Jähn gehört dazu.
Er hat sich in seiner bescheidenen Art kaum vom Regime instrumentalisieren lassen.
Seine Leistung als erster Deutscher im Weltraum wurde von beiden Deutschen Staaten anerkannt.

Maßgeblichen Anteil hatte Jähn auch an der Schaffung der Association of Space Explorers (ASE), der Internationalen Vereinigung der Raumfahrer. Als Gründungsmitglied von 1985 gehörte er jahrelang deren Exekutivkomitee an.

Sigmund Jähn wird heute 80 Jahre!

Sigmund Jähn

Sigmund Jähn war der erste Deutsche im All.
Der damalige DDR-Bürger wurde von 1976 bis 1978 in der UdSSR zum Kosmonauten ausgebildet und flog am 26. August 1978 mit Sojus 31 zur Raumstation Saljut 6.
Am 3. September 1978 kehrte er mit Sojus 29 wieder zur Erde zurück. Er blieb der Raumfahrt treu und arbeitete nach dem Zusammenbruch des Ostblocks für die ESA und das DLR als Berater.
Am 13. Juli 1976 bot die damalige UdSSR ihren am Interkosmos-Programm beteiligten Partnerländern den Mitflug eigener Kosmonauten in Sojus-Raumschiffen zur Orbitalstation Saljut 6 an. Die ehemalige Deutsche Demokratische Republik (DDR) schickte am 10. November 1976 vier Kandidaten ins Kosmonautenausbildungszentrum des Sternenstädtchens bei Moskau, darunter auch Sigmund Jähn.

Am 2. Oktober 1990 wurde die NVA der DDR aufgelöst und Jähn im Range eines Generalmajors aus der Armee entlassen. Danach war er im Kosmonautenausbildungszentrum bei Moskau als freier Berater für das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) tätig, ab 1993 auch für die Europäische Weltraumorganisation ESA. Hier betreute er die deutschen und europäischen Astronauten bei den Vorbereitungen für die Missionen Mir-92 (Klaus-Dietrich Flade und Reinhold Ewald), Euromir-94 (Ulf Merbold und Pedro Duque/Spanien), Euromir-96 (Thomas Reiter und Christer Fuglesang/Schweden) sowie Mir-97 (Reinhold Ewald und Hans Schlegel).

Bis 2002 blieb Jähn als ESA-Berater im Sternenstädtchen. Dann ging er in den Ruhestand, wirbt aber bis heute landesweit bei Veranstaltungen, Vorträgen und Foren weiter für den Raumfahrtgedanken.

Quelle und mehr Infos